Schlagzeilen machen mitunter Quote aber keinen Qualitätsjournalismus.

Der Artikel "71 Prozent der Lehrer in Hackler-Rente" - in der Tiroler Tageszeitung vom 27.8.2015 - eignet sich zum Schulbeginn für eine Übung für Plausibilitätskontrollen.

 

Wer den Beitrag genau liest und sich nicht gleich in kollektive Opposition zur ganzen Lehrerschaft begibt, bemerkt, dass da etwas faul sein muss.

 

Ich habe die Zahlen aus dem Beitrag zueinander gestellt und komme auf folgendes Ergebnis:

 

1003 Lehrer/innen gingen zwischen 2008 und 2013 in die "Hacklerpension". Dies verursacht Mehrkosten von 2 Mrd. Euros.

 

2.000.000.000 / 1.003 = 1.994.017,95
also rund 2 Mio. Euro pro Lehrer.

2.000.000 / 6 Jahre (die sie ja "zu früh" in Pension gehen = 333.333,33

Das hieße, dass jeder Lehrer, der die oben genannte "Hacklerpension" in Anspruch nimmt, pro Jahr 333.333,33 Euros kostet bzw. eine Monatspension von fast 30.000,- Euros erhalten würde.


Mit Verlaub, das ist eine klare 5. Außerdem waren es nicht 1003 Lehrer, es waren auch andere Beamte dabei, die jedoch nicht herausgerechnet wurden. Also würde die monatliche Pension wahrscheinlich 50-60.000,- pro Lehrer betragen. 

 

TIPP:

Als Dienstleistungsberater darf ich die Erfinder und/oder die Schreiber dieser Zahlen darauf aufmerksam machen, dass Plausibilitätskontrollen auch Teil guter Recherche sein sollten. Dies gilt übrigens für uns alle, die mit Zahlen operieren.  

 

Es ist erstaunlich, dass oft zu bestimmten Zeiten Schlagzeilen bei den Haaren herbeigezogen werden, um in populistischer Manier die Quoten zu erhöhen und gleichermaßen den Hausverstand der Leser zu beleidigen. Eine Maßnahme in Richtung Qualitätsjournalismus wäre, diesen Beitrag sofort zu korrigieren und in der TT der nächsten Tage richtig darzustellen.   


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